Wer seine Hochzeit in Italien feiern möchte, sollte über das Capo Vaticano nachdenken. Das Capo Vaticano ist ein Kap in der Region Kalabrien und liegt so weit in Süditalien wie es nicht mehr weiter gehen kann. Ganz an der Spitze des Festlands, wer gute Augen hat, sieht Sizilien. Heiraten bei hochsommerlichen Temperaturen wo andere Urlaub machen. Das hatten Kate & Fritz vor, was auch bis zu einem gewissen Punkt sehr gut funktioniert hat. Doch manchmal kommt es anders als man denkt und was ich dabei über Freundschaft gelernt habe. Gleich mehr dazu.

Die Location bzw. das Anwesen (Le Case di Berto) auf dem gefeiert wurde, und viele der Hochzeitsgäste in kleinen Ferienhäuschen übernachteten, war wirklich außergewöhnlich schön. Ein unglaublich großes Grundstück, welches sich vom Eingang an der Straße über viele kleine Wege bis hin ans Kap streckt. Tausend Abzweigungen mitten durch die erhaltene Natur und kleine angelegte Terrassen. Das optische Highlight am Ende des Festlands bot dann das Häuschen des Hochzeitspaares. Gelegen auf einer Felsspitze. Von dessen Terrasse man direkten Blick tief hinunter auf das Tyrrhenisches Meer (recherchiert – ich hatte keine Ahnung) hatte.

Kate und Fritz starteten in ihr Hochzeitswochenende am späten Freitagnachmittag mit einer Welcome-Party inklusive Pizza, Musik und Arschbomben im Sonnenuntergang am eigenen Pool.

Der Hochzeitstag begann am Samstagmorgen für mich mit dem Getting-Ready von Braut und Bräutigam bei strahlendem Sonnenschein, mit Blick auf das Meer und dem Anziehen des Hochzeitskleids mitten in der Natur. Natürlich getrennt voneinander, denn das erste Aufeinander treffen sollte direkt an der Kirche stattfinden. Eine katholische Kirche, wie sie außergewöhnlicher nicht sein könnte. Halb offen und sehr schlicht in einen riesigen Felsen gebaut. Ein wunderschönes Szenario.

Nach einem entspannten Nachmittag auf der Terrasse mit Blick über das Meer (wo später auch die Party stattfinden sollte) fand dann der Übergang ins Abendprogramm statt. Auf einer Wiese vor einem der Ferienhäuschen waren inzwischen Tische für das Abendessen eingedeckt und so konnten alle Gäste sich ihren Platz unter freiem Himmel suchen und das Abendessen genießen. Bis zum Wolkenbruch.

Der Hauptgang war vorbei, die ersten Reden wurden gehalten bis es – erst langsam, dann aber schnell zunehmend – zu regnen anfing. Schnell wurden Kinder eingesammelt, Jacken von den Stühlen genommen und nach drinnen getragen. Wir fanden uns anschließend mit ca. 80 nassen Gästen in einem Haus wieder, welches normalerweise für den Urlaub einer vierköpfige Familie ausgelegt ist. Nasse Menschen standen im Wohnzimmer und Küche oder saßen gitarrenspielend im Schlafzimmer auf dem Bett. Ich kann nicht mehr sagen wie viel Zeit verging in der Kate & Fritz durch die Eingangstür auf die Terrasse schauten, die von dicken Regentropfen bewässert wurde. Es war einfach keine Besserung in Sicht.

Gerade als die Gesichter immer länger wurden und ich mir wünschte, dass der Regen jetzt langsam mal nachlassen könnte, kamen die Jungs des Bräutigams mit einer akkubetriebenen Musikbox auf dem Rücken durch den Regen gelaufen und motivierten mit lauter Musik und bester Laune alle Gäste ihnen jetzt einfach zu folgen und die Tanzfläche unter freiem Himmel im Regen zu eröffnen. Ein wirklich toller Moment, den man nicht besser hätte timen können. Alle Gäste waren sofort von der Begeisterung angesteckt und bahnten sich den Weg durch den Regen immer der Musik hinterher.

Der Tag endete nass, glücklich und mit einer ordentlichen Party – Barfuß im Regen – bei der ich lernte, wie unglaublich glücklich man sich schätzen kann, wenn Freunde so die Initiative für das Hochzeitspaar ergreifen und einfach das Bestmögliche aus einer gegebenen Situation herausholen.

Ich freue mich auch nachträglich noch darüber, dass ich das alles mit erleben und für Kate & Fritz für immer festhalten durfte. Die gemeinsame Zeit hat mich sehr beeindruckt.

Poolparty überspringen und direkt zur Hochzeit

Freitag Poolparty

Samstag Hochzeit

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